Edelsteine zur Beförderung

Du steigst auf der Karriereleiter
heute eine Sprosse weiter.
Betrüblich ist, wie Du wohl weißt,
dass es nun Abschied nehmen heißt;
was dem ein wenig leichter fällt,
der ein Geschenk in Händen hält.

Dein Steckenpferd sind edle Steine;
Du findest sie in diesem Schreine.
Zwar “diamonds are a girls best friend”,
doch schön ist auch ein Sortiment
von etwas weniger Karat,
das dafür mehr Volumen hat.

Es sagt ein Spruch, den Du wohl kennst,
nicht alles sei da Gold, was glänzt;
und das, was hier wie Gold aussieht,
stammt aus Peru und heißt “Pyrit”.
Ein Klumpen dieser Größe wär
für jedes Menschen Hals zu schwer.
Doch Du willst ihn ja gar nicht tragen,
sondern nach der Wirkung fragen.
Der “Eisenquarz”, so heißt er auch,
verleiht, im praktischen Gebrauch,
dem Badewasser Stimulanz
und jedem Raume Stil und Glanz.

Den “Onyx” oder “Chalzedon”
liebten die alten Römer schon.
Sie schnitten daraus edle Gemmen;
doch soll er auch den Blutfluss hemmen.

Dieser grüne “Malachit”
wirkt stark belebend aufs Gemüt,
hat etwas von Atlantikbrise,
so kühlend und so herb wie diese.
Zudem enthält er Kupferspuren
und man verwendet ihn für Kuren
gegen “manko minerale”,
vorausgesetzt, dass man ihn mahle
und dann, in Pulverform zerstäubt,
sich löffelweise einverleibt.

Ein rosa Quarz, genannt “Achat”,
der manchmal zarte Streifen hat,
ist nicht nur schön, er macht auch heiter
bei Liebeskummer und so weiter.
Hildegard von Bingen schreibt,
dass er auch Magenweh vertreibt:
Drei Gran in heißes Bier gerührt;
schon ist das Übel “abgeführt”.

Der “Sodalith” wird oft verkannt
und Lapislazuli genannt.
Doch sind sie nur entfernt verbandelt,
obwohl´s ums gleiche Blau sich handelt.
Dieser Stein hat Salzstruktur
und seine heilende Natur
zeigt sich am besten bei Migräne
und bei Verzerrungen der Sehne.

Bleibt noch der gelbliche “Citrin”;
bei ihm schaut man kaum zweimal hin,
sieht harmlos aus wie saurer Drops,
doch liegt im Magen schwer ein Klops,
veranlasst er die Nebennieren,
den Stoffwechsel zu aktivieren.
Wenn darauf alles explodiert, –
dann hat man wohl zu hoch dosiert.

Du wirst nun alles ausprobieren
und an der Wirkung statuieren,
was wahr, was falsch, was möglich sei.
Wir wünschen viel Erfolg dabei.